Erkennen des Auges

Das Auge ist von Geburt an ein unverwechselbares Merkmal. Zur Identifikation kann einerseits das Adermuster der Netzhaut oder das typische Muster der Iris genutzt werden.


Abbildung: Anatomie des Auges

Iriserkennung

Der Aufbau der Irisstruktur wird nicht durch die DNA, die Erbmasse, vorgegeben, sondern bildet sich nach einem chaotischen Zufallsprinzip mit Abschluss des achten Schwangerschaftsmonats. Die einmal entstandene Irisstruktur bleibt bis zum Tode unverändert stabil (keine Datenauffrischung notwendig). Selbst Krankheiten wie Glaukome oder der Augeninnendruck sowie Alkohol- und Drogenkonsum beeinflussen die Irisstruktur keineswegs. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Irisstrukturen identisch sind, liegt bei 1:1078.

Die theoretische durchschnittliche Fehlerrate aus dem „false reject“ und dem „false accept“ liegt bei 1 : 1.200.000 (cross over error rate). Jedoch wurde trotz umfangreicher Einsatzgebiete, Tests und Studien noch nie ein „false accept“ festgestellt.

Die Irismuster weisen - statistisch gesehen - eine sehr hohe Rate von Einzigartigkeiten auf, so dass sich hieraus keine oder nur eine sehr kleine Fehlerrate ergeben kann. Deshalb soll hier noch einmal darauf hingewiesen werden, dass weder an der Iris noch mit einem Foto erfolgreich manipuliert werden kann, weil dann eine Erkennung des Lebendzustandes der Iris fehlt.

In U.S.-Gefängnissen, bei verschiedenen Telekom-Unternehmen, Versicherungen und Herstellern von Geldautomaten, wird die Iriserkennung bereits mit großem Erfolg und Akzeptanz durch die Nutzer verwendet. Alle Ergebnisse, z.B. die der British Telekom, werden, das Einverständnis der Kunden vorausgesetzt, uneingeschränkt veröffentlicht.

Netzhauterkennung oder Retinavergleich

Die Netzhauterkennung stammt aus der medizinischen Wissenschaft. Das Muster der Netzhaut, die Retina, ist bei jedem Menschen einzigartig und kann deshalb zur sicheren Identifikation, wie z. B. für Zugangskontrollen, verwendet werden. Nur durch bestimmte Augenschädigungen oder Augenkrankheiten kann die Netzhaut verändert werden.

Die Augenkamera benutzt eine infrarote Lichtquelle, wobei die abgegebene Strahlung weit unter der Grenze liegt, die als Strahlung für das Auge noch zulässig ist. Die Aderstruktur im Hintergrund des Augapfels wird aufgenommen und in einer Datenbank gespeichert.

Diese und andere biometrische Identifikationsmethoden haben mehrere wichtige Vorteile: Die Ausprägungen der Identifikationsmerkmale sind bei jeder Person einzigartig und zudem permanent vorhanden. Der Einsatz dieser Technik ist heute noch auf hochwertige Zugangskontrollen beschränkt, da die Methode relativ langsam und teuer ist. Jedoch kann die Methode zunehmend als Alternative zum PIN-Code angesehen werden.

Trotz sehr hoher Sicherheit hat der Retinavergleich unter allen biometrischen Verfahren die schlechteste Akzeptanz bei Benutzern. Weitere Nachteile sind der notwendige Kontakt zum Gerät, das Eindringen in die Privatsphäre und gesundheitliche Bedenken aufgrund der aktiven Bestrahlung.

Techniken.ErkennenDesAuges by Katrin Reiher at 09.03.2007 11:45

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