Bedeutung von EDI
Computer und Vernetzung gehören heute zum beruflichen Alltag wie einst Papier und Bleistift. Es ist selbstverständlich, Dokumente in elektronischer Form zu erstellen, zu speichern, wieder zu öffnen, zu bearbeiten und zu archivieren. Auch die Fernübertragung von Daten und Informationen ist längst keine Zukunftsvision mehr. Der Siegeszug des Internets vom wissenschaftlichen und militärischen Bereich hinein in die Wohnzimmer und Büros des „kleinen Mannes“ hat die Möglichkeiten einer weltweiten Vernetzung gezeigt. Schlagwörter wie E-Commerce sind in aller Munde. Der ungebremste und automatisch gesteuerte Verkehr auf den Datenautobahnen ist zum Greifen nah, von der digitalen Fabrik über den Online-Händler bis hin zum Kunden.
Der vollautomatische, unternehmensübergreifende Austausch von Geschäftsdaten ist mit Sicherheit keine Utopie mehr. Technisch machbar ist er seit langer Zeit. Tatsache ist jedoch, dass in den meisten Unternehmen am Ende vieler Vorgänge und - viel schlimmer - oftmals schon mittendrin die Erzeugung von Papierdokumenten steht. Diese müssen von Hand verarbeitet, transportiert, später wieder manuell eingelesen und schließlich aufwändig archiviert werden. Der Nutzen der elektronischen Datenverarbeitung wird durch permanente Medienbrüche minimiert. Grund hierfür sind einerseits festgefahrene Strukturen in den Abläufen und andererseits inkompatible Systeme der Unternehmen, die einen Datenaustausch erschweren.
EDI - Electronic Data Interchange - heißt das Schlagwort, das für den unterbrechungsfreien Austausch von Daten über elektronische Datenleitungen steht. Mit Hilfe von EDI können die Applikationen der beteiligten Unternehmen ohne manuellen Eingriff Informationen über Geschäftsvorgänge transferieren. EDI konnte sich jedoch bislang nicht in dem Maße durchsetzen, wie es ursprünglich prognostiziert wurde. Als Gründe dafür wurden von den Firmen immer wieder die hohen Investitionen und der technische Aufwand angegeben. Sicher spielt auch das für ein konsequentes EDI erforderliche Umdenken eine Rolle. Die Umstellung von der papiergebundenen auf eine rein elektronische Verwaltung fällt vielen Unternehmen schwer.

Abbildung: Nachrichten in Eancom bilden den gesamten Geschäftsvorfall einer Warenlieferung in der Logistikkette ab
DESADV = Lieferavis
IFTMIN = Transport-/Speditionsauftrag;
IFTMAN = Ankunftsmeldung;
IFTSTA = Multimodaler Statusbericht
Langsam setzt sich jedoch branchenübergreifend die Erkenntnis durch, dass auch und gerade im Bereich der Kommunikation noch große Einsparpotentiale ungenutzt sind. Ein positiver Triebfaktor in diesem Prozess ist der Erfolg des Internets. Der tägliche virtuelle Kontakt mit anderen Unternehmen zeigt, wie viel einfacher - als über klassische Wege - Informationen ausgetauscht werden können. Beim automatischen Austausch von Geschäftsdaten sind jedoch einige Spielregeln zu beachten, damit aus Kommunikation nicht Chaos wird.
Mit EDIFACT, Eancom, X12, XML, XML/EDI, WebEDI usw. sind eine große Anzahl von Begriffen aufgetaucht - einige etwas älter, andere relativ neu - die sich um das Thema „elektronischer Datenaustausch zwischen Unternehmen“ drehen. Alle haben eines gemeinsam: das Ziel, die Kommunikation zwischen Geschäftspartnern zu optimieren und zu beschleunigen. Oft sind jedoch missverständliche Aussagen wie „XML ersetzt EDI“ oder „Wir sind im Internet, wir brauchen kein EDI mehr“ zu hören.
Software.BedeutungVonEDI by Katrin Reiher at 09.03.2007 11:51
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