Technik und Prozesse

Die Aufteilung in verschiedene Einsatzgebiete orientiert sich am Prozess vom Wareneingang über das Lager und die Produktion bis zum Endkunden am Point of Sale. Mit diesen Einsatzgebieten sind für den Barcode etwa 96% und den 2D-Code 95% der Anwendungsfälle abgedeckt.

Barcode-Anwendungen findet man zu über 50% in den klassischen unternehmensinternen Logistik-Bereichen, wie Wareneingangslager und Kommissionierung. Zusammen mit Transport und Versand kommt man auf 87%. Produktionsnahe Prozesse sind nur mit 7% vertreten.

Das Bild ändert sich, wenn 2D-Symbologien berücksichtigt werden; hier spielen Fertigung (40%) und Montage (15%) eine viel bedeutendere Rolle. Der Vorteil, viele Daten auf kleiner Fläche zu speichern, kommt insbesondere bei der Produktion von Elektronik-Bauteilen voll zum Tragen. Im Lager und in anderen Logistikprozessen sind 2D-Codes dagegen eher selten zu finden.

Bei RFID ist innerhalb der Logistik ein ganz klarer Schwerpunkt beim Einsatz im innerbetrieblichen Transport mit 19% und in der Fertigung zu erkennen. Zusammen mit den 12% im Mehrwegbereich wird deutlich, dass der Transponder vor allem dann eingesetzt wird, wenn er im Umlauf ist, d.h. mehrfach genutzt werden kann. Bei der Mehrwegbehälterkennzeichnung ist er sogar zur bevorzugten Technologie geworden.


Abbildung: Einsatzgebiete verschiedener Techniken [CC02]

Zudem wird er mit 14% auch im außerbetrieblichen Transport, z.B. für Spezialbehälter, eingesetzt. Im Bereich konventioneller logistischer Prozesse spielt RFID aber nur eine marginale Rolle (6%).

Transponder werden mit 17% jedoch auch ganz wesentlich in anderen Gebieten eingesetzt, die nicht direkt der Logistik zugeordnet werden. RFID wird - außer bei der bekannten Wegfahrsperre - bei der Tieridentifikation, insbesondere für die Nutztierhaltung und für Brieftaubenwettkämpfe, eingesetzt. Wichtige Einsatzgebiete sind zum einen die Zutritts-/ Zufahrtskontrolle auf Firmengeländen, zum anderen auch das Ticketing (Großveranstaltungen, Ski-Pass usw.). Weitere Anwendungen findet man beim Einsatz im Sport (Motorsport, Marathonlauf), im Bereich der Entsorgungswirtschaft, in Bibliotheken, bei der elektronischen Geldbörse, in Automaten, bei der Produktsicherung und in Pilotprojekten am Flughafen.

Andere Technologien (Magnetkarten, Chipkarten, Kamerasysteme, EAS, Bildverarbeitung, Induktive und Farbsensoren, OCR, GPS, Biometrie) finden ihre Einsatzfelder auch innerhalb der Logistik. Elektronische Artikelsicherung (EAS) wird natürlich am Point of Sale eingesetzt, OCR beispielsweise bei der Erfassung von Briefsendungen oder in der Container-Identifikation und Bildverarbeitung in der Fertigung (Qualitätskontrolle).

Jedoch werden die genannten Technologien auch verstärkt bei ganz anderen Anwendungen eingesetzt, die außerhalb der Logistikkette liegen. Dies deutet darauf hin, dass je vielfältiger die Anwendung wird, desto vielfältiger auch die eingesetzten Technologien werden, bis hin zu „Exoten“, die ihre eigene Spezialanwendung haben.

Jede Identifikationstechnik hat Eigenschaften mit Vor- und Nachteilen für die Anwendung. Das Leistungsvermögen der verschiedenen Systeme ist daher immer im Hinblick auf das gesamte logistische Umfeld zu bewerten.

Roi.TechnikUndProzesse by Katrin Reiher at 09.03.2007 11:54

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