Auswahlkriterien

Ein RFID -System lässt sich nicht mit einer kurzen Checkliste auswählen und anschließend von der Stange kaufen. Dafür sind die technologischen und physikalischen Zusammenhänge zu komplex. Immer wieder wird auch gerne der Fehler gemacht, die Features eines High-End-Systems zu fordern und gleichzeitig zu erwarten, nur den Preis des Massenproduktes bezahlen zu müssen. Auch ein gewisses Maß an physikalischem Grundwissen schadet nicht, wenn man sich auf die Suche nach RFID-Lösungen begibt.

Folgende Punkte sollten u.a. in die Betrachtung einfließen:

  • Funkzulassung
    • Freigegebene Frequenzbänder / Normen
    • Emissionspegel, Störeinflüsse
    • Charakteristika von Frequenzbereichen
    • Low – Medium – High – Frequency
  • Transponder
    • Pulkfähigkeit - Antikollision
    • RO-RW / Zykluszahl
    • Formfaktor / Spulenqualität
    • Feldorientierung / RTF-TTF
    • Speicherorganisation / Energie
    • Gehäuse / Schutzklasse
  • Leserarchitektur
    • Antennengröße und -form
    • Sendeleistung / Störanfälligkeit
    • Abstimmung und Bandbreite
    • Kommunikation und Vernetzung
    • Protokoll zur Leitebene

Die Performance eines RFID -Systems ergibt sich aus der erzielbaren Reichweite, der Speicherkapazität der Datenträger, der Geschwindigkeit, mit der verschiedene Transponder im Ansprechbereich erkannt werden und den benötigten Sicherheitsanforderungen.

Last but not least sind die Kosten von Transpondern und Lesegeräten ebenfalls wichtig. Innerhalb dieser Parameter ist fast jede Kombination möglich und muss auf die speziellen Prozessanforderungen abgestimmt werden.

Noch ein kurzes Wort zum Tagpreis. Seit 1992 arbeite ich mit im Thema Kennzeichnung und automatische Identifikation. Seitdem fällt der Preis in ca. fünf Jahren auf fünf Cent (im letzen Jahrhundert auf einen Groschen). Mag dahingestellt sein auf welchen Wert der Preis noch fallen wird, entscheidend ist folgendes. Immer wenn ein Bedarfsträger diese Aussage hört, fragt er sich doch: Warum soll ich heute so viel ausgeben, wenn der Preis morgen so deutlich geringer ist.

Wenn RFID eingeführt werden soll, dann muss der optimale Preis erst bestimmt werden. Ist er je Tag zu hoch, so werden alle Rationalisierungserfolge durch die Transponderkosten absorbiert.

Aber auch ein Transponder der sehr wenig kostet ist nicht die Lösung. Denn die Einführung eines neuen ID-Systems muss finanziert werden. Wenn der Transponder sehr wenig kostet sind seine technischen Möglichkeiten eben sehr limitiert. D.h. man kann mangels Möglichkeiten keine Rationalisierungen durch die RFID Einführung erreichen.


Abbildung: Auswahl des „richtigen“ Transponders

Die simple Antwort ist: Handeln Sie wenn der ROI passt, denn möglicherweise verschwenden Sie jeden Tag viel Geld. Finden Sie Ihren optimalen Prozess mit heutigen Mitteln zu heutigen Preisen. Logistik ist schwierig und man ist niemals damit fertig. Darum lassen Sie sich von Leuten helfen, die Ihnen keine Produkte verkaufen müssen.

RFID.Auswahlkriterien by Katrin Reiher at 09.03.2007 11:41

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