Fragen:

1. Fallstudie
Sie arbeiten in einem Unternehmen, das elektronische Komponenten (Platinen o.ä.) herstellt und per Katalog anbietet. Zur Zeit sind ca. 10000 Produkte im Katalog verzeichnet. Pro Jahr kommen ca. 250 neue Produkte hinzu.
Logischerweise ist nicht sehr viel freier Platz auf Ihren Produkten vorhanden. Sie sind verantwortlich für die Kennzeichnung der Produkte.
Nennen Sie alle wichtigen Kriterien, die die Größe eines Barcodes/2D-Codes beeinflussen! Geben Sie auch die Tendenz an (was macht den Barcode größer)!

2. Die IT-Abteilung des Unternehmens hat sich eine Systematik für die Vergabe von Artikelnummern ausgedacht:
sieben Stellen ID-Nummer Ihres Unternehmens (numerisch, vergleichbar einer ILN)
vier Stellen Warengruppe laut Katalog (alphanumerisch)
fünf Stellen Artikelnummer (numerisch)
zwei Stellen für Varianten eines Artikels (numerisch)
zwei Stellen Prüfziffer (alphanumerisch)
Diese Artikelnummer soll per Barcode/2D-Code auf den Produkten angebracht werden.
a) Wie nennt man diese Methode, Artikelnummern zu vergeben?
b) Was sagen Sie zu der Systematik im Hinblick auf den dafür erforderlichen Platzbedarf?
c) Kommentieren Sie die Artikelnummern-Systematik im Hinblick auf die Anzahl der Produkte im Katalog!
d) Was würden Sie als Alternative vorschlagen (zur Optimierung des Platzbedarfs für den Code)?
e) Wenn Sie trotzdem gezwungen wären, die oben beschriebene Artikelnummer zu verwenden, welcher Code würde Ihrer Meinung nach den geringsten Flächenbedarf benötigen?

3. Das Management hat erkannt, dass es zukünftig (wegen Garantieleistungen o.ä.) erforderlich sein wird, jedes einzelne Objekt, was produziert worden ist, zweifelsfrei zurückzuverfolgen.
Daher soll noch ein zweiter Barcode mit einer fortlaufenden Seriennummer hinzukommen. Dieser Code ist 8-stellig (numerisch), weil festgestellt wurde, dass auf absehbare Zeit maximal ca. 10 Millionen Produkte pro Jahr gefertigt werden und man ca. 10 Jahre lang jedes Objekt zweifelsfrei wiedererkennen möchte.
a) Beurteilen Sie die resultierende Gesamtlösung der beiden Codes!
b) Was wäre eine mögliche Alternative? Von welchen Rahmenbedingungen ist diese Alternative eventuell abhängig (bedenken Sie, wer den Code später einmal lesen soll)?
c) Wenn Sie gezwungen wären, alle Daten wie oben beschrieben auf dem Produkt unterzubringen, welche Codierung würde den geringsten Gesamt-Flächenbedarf benötigen?

4. Obige Grafik visualisiert die fünf Einflussbereiche auf eine erfolgreiche Barcodelesung. Diese beeinflussen sich gegenseitig, sowohl verstärkend als auch gegenläufig.
Stellen Sie den Zusammenhang kurz dar!

5. Fallstudie
Sie sind Mitarbeiter der Logistikabteilung eines großen Konzerns. Ihr Chef hat in einem Magazin über die Wunderwaffe RF-ID gelesen und beauftragt Sie mit der Einführung eines RFID-Systems, alternative ID-Technologien stehen nicht zur Debatte.
Ist dies der richtige Ansatz für einen Logistiker?
Formulieren Sie mindestens 15 Fragestellungen oder Schlagworte, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen, um das für Ihre Anwendung passende RFID-System auszuwählen. Nennen Sie dabei jeweils mindestens zwei aus einer der folgenden Hauptgruppen:
Eigenschaften der Objekte, die gekennzeichnet werden sollen
Eigenschaften der Prozesse; unter welchen Bedingungen werden Objekte gelesen/transportiert
Eigenschaften der zu verarbeitenden Daten und die IT-Struktur im Unternehmen
Funkeigenschaften, rechtliche Restriktionen

6. Die Marketing-Abteilung eines RFID-Systemanbieters offeriert ihnen ein System, das bei 13,56 MHz mittels induktiver Kopplung funktionieren soll. Er gibt Lesereichweiten von ca. fünf Metern an. Was sagen Ihnen die physikalischen Grundkenntnisse dazu?
7. Stellen Sie die vier üblichen Frequenzbereiche der RFID-Technik gegenüber. Welche Art der physikalischen Kopplung zwischen Lesegerät und Transponder ist bei den verschiedenen Frequenzen üblich bzw. technisch realisierbar? Machen Sie vergleichende Aussagen über die vier Frequenzen bezüglich
Art der Energieversorgung (aktiv, passiv, semi-aktiv)
typische Lesereichweite
Richtungsabhängigkeit (Form der Lesekeule)
Abschattung durch Sichtbehinderung
Geschwindigkeit der Datenübertragung (rein qualitativ)
Preis pro Transponder (günstig, teuer, sehr teuer)

8. Transponder befinden sich im Einzelhandel immer noch in der „Erprobungsphase“. Insbesondere auf Ebene einzelner Artikel ist keine Verbreitung erkennbar, obwohl die RFID-Technologie seit über 15 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde.
Warum hält der Einzelhandel weiter am Barcode fest?
Unterscheiden Sie dabei zwischen finanziellen, technischen und organisatorischen Gründen!

9. Erläutern Sie den grundsätzlichen Aufbau eines EAN-128-Codes. Nennen Sie beispielhaft drei Informationen (Dateninhalte), die mit dem EAN-128 codiert werden können. Was sind die Vorteile einer global festgelegten Systematik wie dem EAN-128 gegenüber einem „normalen“ Barcode?
10. Wofür steht „NVE“ bzw. „SSCC“? Welchen Zweck erfüllt die NVE/SSCC auf einem EAN-128-Etikett? Wie ist sie aufgebaut? Was muss der Versender beim Versand von Gütern, die ausschließlich mit der NVE gekennzeichnet sind, zusätzlich tun, damit der Empfänger seine Sendung automatisiert annehmen kann?
11. Fallstudie
Sie sind Logistikleiter in einem Unternehmen, das ein großes Lager mit vielen Plätzen und vielen unterschiedlichen Materialien verwaltet (Bestandswert: 2 Mio. Euro). Die Kommissionierung und alle Lagertransporte erfolgen bislang ohne jede Automatisierung. Es arbeiten 30 Mitarbeiter in der Frühschicht und 20 in der Spätschicht, davon sitzt jeweils die Hälfte auf einem Gabelstapler, der Rest ist zu Fuß unterwegs. Lageraufträge werden per Zettel ausgedruckt und abgearbeitet. Die Kommissionierleistung beträgt zurzeit 50 Picks/Stunde. Die Bestände werden in einem einfachen Warenwirtschaftssystem ohne besondere Lagerverwaltungsfunktionen verwaltet.
Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse mit Barcode-Scan zu unterstützen.
Nennen Sie die wichtigsten Argumente für die Einführung von Barcodes zur Verbesserung der Prozesse in Ihrem Lager!

12. Fallstudie
Erstellen Sie für Ihr Projekt „Einführung von Barcoding mit mobilen Terminals im Lager“ (vgl. vorige Fallstudie) eine fiktive „Return on Investment“-Rechnung für das Management!
a) Mit welchen Investitionen müssen Sie rechnen?
Hinweise: Die genauen Beträge sind nicht wichtig, eine Auflistung von denkbaren Posten mit fiktiven Beträgen reicht. Wie viele mobile Endgeräte benötigen Sie? Denken Sie daran, dass diese Geräte irgendwie mit Ihrem Warenwirtschaftssystem kommunizieren müssen! Denken Sie auch daran, dass auch Personal bzw. Arbeitszeit Geld kosten!
b) Welche Einsparungen sind (pro Jahr) zu erwarten?
Hinweis: Auch hier ist nicht der genaue Betrag entscheidend, sondern wodurch (Ihrer Meinung nach), Geld eingespart werden kann. Überlegen Sie sich auch, wie oft ein bestimmter Vorgang stattfindet. Kleine Beträge können sich über das Jahr verteilt aufsummieren!
c) Wie lange dauert es (in Jahren), bis sich Ihre fiktiven Investitionen mit den fiktiven Einsparungen amortisiert haben?

13. Nennen Sie Bedingungen, unter denen ein Barcode-Scan in der Kommissionierung aus technischen/organisatorischen und finanziellen Gründen nicht der beste Weg ist! Nennen Sie Alternativen zur Unterstützung einer schnellen und fehlerfreien Kommissionierung!

Antworten:

Q: Fallstudie
Sie arbeiten in einem Unternehmen, das elektronische Komponenten (Platinen o.ä.) herstellt und per Katalog anbietet. Zur Zeit sind ca. 10000 Produkte im Katalog verzeichnet. Pro Jahr kommen ca. 250 neue Produkte hinzu.
Logischerweise ist nicht sehr viel freier Platz auf Ihren Produkten vorhanden. Sie sind verantwortlich für die Kennzeichnung der Produkte.
Nennen Sie alle wichtigen Kriterien, die die Größe eines Barcodes/2D-Codes beeinflussen! Geben Sie auch die Tendenz an (was macht den Barcode größer)!
top
A:
  • Symbologie
  • Redundanz (1-D: Höhe des Codes + Prüfziffer , 2D: CRC)
  • Freiflächen rund um den Code
  • Modul (großer Modul, großer Code)
  • Anzahl der Zeichen, die codiert werden sollen (je mehr, desto größer)
  • Auflösung des Druckers (je niedriger, desto größer der Code)

Q: Die IT-Abteilung des Unternehmens hat sich eine Systematik für die Vergabe von Artikelnummern ausgedacht:
sieben Stellen ID-Nummer Ihres Unternehmens (numerisch, vergleichbar einer ILN)
vier Stellen Warengruppe laut Katalog (alphanumerisch)
fünf Stellen Artikelnummer (numerisch)
zwei Stellen für Varianten eines Artikels (numerisch)
zwei Stellen Prüfziffer (alphanumerisch)
Diese Artikelnummer soll per Barcode/2D-Code auf den Produkten angebracht werden.
a) Wie nennt man diese Methode, Artikelnummern zu vergeben?
b) Was sagen Sie zu der Systematik im Hinblick auf den dafür erforderlichen Platzbedarf?
c) Kommentieren Sie die Artikelnummern-Systematik im Hinblick auf die Anzahl der Produkte im Katalog!
d) Was würden Sie als Alternative vorschlagen (zur Optimierung des Platzbedarfs für den Code)?
e) Wenn Sie trotzdem gezwungen wären, die oben beschriebene Artikelnummer zu verwenden, welcher Code würde Ihrer Meinung nach den geringsten Flächenbedarf benötigen?
top
A:

a) sprechendes Nummerierungssystem
b) viel zu lang
sprechende Nummernsysteme sind immer schlecht, wenn die Nummer möglichst wenig Stellen haben soll; alphanumerische Inhalte führen zu zusätzlichem Platzbedarf im Code
c) 10000 Produkte und jedes Jahr 250 dazu, also in 10 Jahren 12500
eine 5-stellige Nummer würde auf Jahrzehnte ausreichen
d) s.o.: 5-stellige fortlaufende Nummern, nicht sprechend
e) Datamatrix


Q: Das Management hat erkannt, dass es zukünftig (wegen Garantieleistungen o.ä.) erforderlich sein wird, jedes einzelne Objekt, was produziert worden ist, zweifelsfrei zurückzuverfolgen.
Daher soll noch ein zweiter Barcode mit einer fortlaufenden Seriennummer hinzukommen. Dieser Code ist 8-stellig (numerisch), weil festgestellt wurde, dass auf absehbare Zeit maximal ca. 10 Millionen Produkte pro Jahr gefertigt werden und man ca. 10 Jahre lang jedes Objekt zweifelsfrei wiedererkennen möchte.
a) Beurteilen Sie die resultierende Gesamtlösung der beiden Codes!
b) Was wäre eine mögliche Alternative? Von welchen Rahmenbedingungen ist diese Alternative eventuell abhängig (bedenken Sie, wer den Code später einmal lesen soll)?
c) Wenn Sie gezwungen wären, alle Daten wie oben beschrieben auf dem Produkt unterzubringen, welche Codierung würde den geringsten Gesamt-Flächenbedarf benötigen?
top
A:

a) Zwei Codes hätten einen noch größeren Platzbedarf. Es kommen ja auch noch Freiflächen dazu.
Der zweite Code kennzeichnet jedes einzelne Objekt, warum dann noch den Code mit der Artikelnummer?
b) Alternative:
Nur den zweiten Code verwenden (fortlaufende Seriennummer). Oder eine Kombination 6-stelliger Artikelnummer + Seriennummer.
Jedes einzelne Objekt wäre zweifelsfrei gekennzeichnet auf viele Jahre hinweg. Der zweite Code könnte eher noch eine Stelle mehr haben, um in zehn Jahren auch keine Probleme zu haben.
In einer Datenbank sind für jede Seriennummer die genauen Daten (Artikelnummer, Warengruppe usw.) hinterlegt. Wenn andere den Code lesen sollen, muss gewährleistet sein, dass diese Zugang zur Datenbank bekommen, um zu erfahren, hinter welcher Seriennummer welche Artikelnummer steckt.
c) Beide Codes zusammen in einer Datamatrix.


Q: Obige Grafik visualisiert die fünf Einflussbereiche auf eine erfolgreiche Barcodelesung. Diese beeinflussen sich gegenseitig, sowohl verstärkend als auch gegenläufig.
Stellen Sie den Zusammenhang kurz dar!
top
A:

Ist das Etikett von geringer Qualität, so muss mehr Aufwand in den Scanner gesteckt werden, um dies zu kompensieren. Mit zunehmendem Alter der Komponenten und bei schlechteren Lesebedingungen kann es zu Leseausfällen kommen.
Dem kann man auf organisatorischer Ebene begegnen, indem z.B. eine robuste Symbologie wie der Coder-128 gewählt wird und der Code mit Fehlerkorrektur ausgestattet wird.
Manuelles seitenrichtiges Aufbringen der Fördergüter erfordert ggf. höheren Aufwand, als Kosten für eine Omnilesestation anfallen. D.h. je flexibler Kennzeichnung und Transport sind, desto aufwändiger wird die Lesetechnik.
Optimale Verhältnisse bedeuten, dass alle Aspekte eindeutig am Besten durch eine Norm geregelt sind.


Q: Fallstudie
Sie sind Mitarbeiter der Logistikabteilung eines großen Konzerns. Ihr Chef hat in einem Magazin über die Wunderwaffe RF-ID gelesen und beauftragt Sie mit der Einführung eines RFID-Systems, alternative ID-Technologien stehen nicht zur Debatte.
Ist dies der richtige Ansatz für einen Logistiker?
Formulieren Sie mindestens 15 Fragestellungen oder Schlagworte, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen, um das für Ihre Anwendung passende RFID-System auszuwählen. Nennen Sie dabei jeweils mindestens zwei aus einer der folgenden Hauptgruppen:
Eigenschaften der Objekte, die gekennzeichnet werden sollen
Eigenschaften der Prozesse; unter welchen Bedingungen werden Objekte gelesen/transportiert
Eigenschaften der zu verarbeitenden Daten und die IT-Struktur im Unternehmen
Funkeigenschaften, rechtliche Restriktionen
top
A:

Grundsätzlich falscher Ansatz, weil die Aufgabe eigentlich lauten müsste, das wirtschaftlichste System zu ermitteln.
Daten

  • Welche Daten sind anwendungsrelevant und sollen auf den Transponder?
  • Reicht eine Ident-Nummer, oder sind mehr Daten notwendig?
  • Müssen Daten nur gelesen, oder auch gespeichert werden?
  • Ist ein Schutz der einmal gespeicherten Daten (gegen Überschreiben) erforderlich?

Objekte und Umgebungsbedingungen

  • Schutzklasse der Gehäuse

Prozesseigenschaften

  • An wie vielen Stellen sollen Lesestationen stehen?
  • Aus welcher Distanz soll gelesen/geschrieben werden?
  • Sind die Objekte ausgerichtet oder in beliebiger Lage?
  • Mit welcher Geschwindigkeit bewegen sich die Objekte?
  • Sollen mehrere Objekte gleichzeitig erkannt werden, oder soll dies verhindert werden?
  • Verbleiben die Objekte in Ihrem Besitz oder gehen sie verloren?
  • Wie häufig wird jedes Objekt im Schnitt pro Jahr gelesen/beschrieben?
  • Sollen andere Unternehmen in der Logistikkette den gleichen Transponder nutzen?
  • Sind Sicherheitsfeatures wie Verschlüsselung/Diebstahlschutz interessant?

IT

  • Welche Schnittstellen stehen zur Anbindung zur Verfügung?
  • Erfolgt die Datenhaltung zentral oder dezentral?
  • Ist die zentrale Datenbank von allen Lesestationen erreichbar?
  • Gibt es bereits Middleware zur Anbindung von Subsystemen?
  • Welche Protokolle können verarbeitet werden?

Funk

  • Zulassungsbedingungen in Ihrem Land: Freigegebene Frequenzbänder/Normen, zulässige Emissionspegel
  • Charakteristika von Frequenzbereichen
  • Andere Funk-Anlagen im Arbeitsbereich und deren Frequenzen (z.B. W-LAN)

Q: Die Marketing-Abteilung eines RFID-Systemanbieters offeriert ihnen ein System, das bei 13,56 MHz mittels induktiver Kopplung funktionieren soll. Er gibt Lesereichweiten von ca. fünf Metern an. Was sagen Ihnen die physikalischen Grundkenntnisse dazu? top
A:
  • Induktive Kopplung funktioniert nur im Nahfeld.
  • Dieses reicht bei den betrachteten Frequenzen nur max. zwei Meter weit.

Q: Stellen Sie die vier üblichen Frequenzbereiche der RFID-Technik gegenüber. Welche Art der physikalischen Kopplung zwischen Lesegerät und Transponder ist bei den verschiedenen Frequenzen üblich bzw. technisch realisierbar? Machen Sie vergleichende Aussagen über die vier Frequenzen bezüglich
Art der Energieversorgung (aktiv, passiv, semi-aktiv)
typische Lesereichweite
Richtungsabhängigkeit (Form der Lesekeule)
Abschattung durch Sichtbehinderung
Geschwindigkeit der Datenübertragung (rein qualitativ)
Preis pro Transponder (günstig, teuer, sehr teuer)
top
A:
Low Freq (-135kHz)High Freq (13,56 MHz)UHF (868 MHz)UHF (Microw.) 2,4 GHz
induktivinduktivbackscatterbackscatter
passivpassivpassivsemipassiv, aktiv
< 1,5m< 1,5m< 3m< 15m
keine Richtwirkunggeringe Richtwirkunggeringe Richtwirkunghohe Richtwirkung
kaum Abschattungkaum Abschattunggeringe Abschattunghohe Abschattung
niedrige Datenratemittlere Datenratehohe Datenratesehr hohe Datenrate
sehr günstiggünstigteurer(sehr) teuer

Q: Transponder befinden sich im Einzelhandel immer noch in der „Erprobungsphase“. Insbesondere auf Ebene einzelner Artikel ist keine Verbreitung erkennbar, obwohl die RFID-Technologie seit über 15 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde.
Warum hält der Einzelhandel weiter am Barcode fest?
Unterscheiden Sie dabei zwischen finanziellen, technischen und organisatorischen Gründen!
top
A:
  • Barcode ist einmal eingeführt und hat sich in den Prozessen bewährt (never change ...).
  • Hoher Aufwand, ein ganz neues System einzuführen (Barcode-Scanner und Infrastruktur wurde über 30 Jahre hinweg aufgebaut).
  • Alle Waren-Hersteller müssten „gezwungen“ werden, Transponder auf ihren Produkten einzusetzen.
  • Preis pro Transponder ist immer noch bei ca. 0,5 Euro und somit auf allen Produkten, die weniger als fünf Euro kosten undenkbar.
  • Preis eines Transponders wird nie den Preis eines Barcodes unterbieten.
  • Transponder sind bei sehr kleinen Artikeln nur schwer zu integrieren.
  • Auf metallischen Untergründen (Dosen, aber z.B. auch Tetra-Pack) sind Funktionsstörungen unvermeidbar.
  • Pulklesung hat ihre Grenzen, ein ganzer Einkaufswagen wird auf absehbare Zeit nicht einlesbar sein.

Q: Erläutern Sie den grundsätzlichen Aufbau eines EAN-128-Codes. Nennen Sie beispielhaft drei Informationen (Dateninhalte), die mit dem EAN-128 codiert werden können. Was sind die Vorteile einer global festgelegten Systematik wie dem EAN-128 gegenüber einem „normalen“ Barcode? top
A:

Grundsätzliche Elemente

  • Datenbezeichnerkonzept
  • Barcode-Symbologie

Aufbau

  • Startsymbol
  • „FNC 1“ (für EAN-128)
  • Wahl des Zeichensatzes
  • Datenbezeichner + Dateninhalt
  • Datenbezeichner + Dateninhalt
  • ... (Wiederholung)
  • .. ggf. zwischendurch Zeichensatzwechsel
  • Prüfziffer
  • Stoppzeichen

Dateninhalte

  • Nummer der Versandeinheit
  • Artikelnummer des enthaltenen Artikels
  • Mindesthaltbarkeitsdatum

Vorteile der EAN-Systematik:
Neben der Symbologie (Codierung) ist auch die Bedeutung (Semantik) der Dateninhalte festgelegt. So kann der Empfänger an jedem Punkt der Welt aus dem Barcode die relevanten Informationen entnehmen.


Q: Wofür steht „NVE“ bzw. „SSCC“? Welchen Zweck erfüllt die NVE/SSCC auf einem EAN-128-Etikett? Wie ist sie aufgebaut? Was muss der Versender beim Versand von Gütern, die ausschließlich mit der NVE gekennzeichnet sind, zusätzlich tun, damit der Empfänger seine Sendung automatisiert annehmen kann? top
A:

NVE: Nummer der Versandeinheit
SSCC: Serial Shipping Container Code
Die NVE kennzeichnet jeweils eine (physisch) zusammenhängende Einheit (z.B. eine Palette).
Aufbau der NVE:

  • (00) EAN-Datenbezeichner (gehört eigentlich nicht zur NVE)
  • Ziffer zur Festlegung der Art der Einheit (oft „3“)
  • 7-stellige Basisnummer (ILN der Firma)
  • 9-stellige fortlaufende Nummer (frei zu vergeben)
  • Prüfziffer

Beim Versand und Kennzeichnung der Einheit mit der NVE muss der Sender dafür sorgen, dass die Informationen, was auf den Paletten enthalten ist, den Empfänger erreichen. Dies kann per Lieferavis erfolgen, möglichst per EDI.


Q: Fallstudie
Sie sind Logistikleiter in einem Unternehmen, das ein großes Lager mit vielen Plätzen und vielen unterschiedlichen Materialien verwaltet (Bestandswert: 2 Mio. Euro). Die Kommissionierung und alle Lagertransporte erfolgen bislang ohne jede Automatisierung. Es arbeiten 30 Mitarbeiter in der Frühschicht und 20 in der Spätschicht, davon sitzt jeweils die Hälfte auf einem Gabelstapler, der Rest ist zu Fuß unterwegs. Lageraufträge werden per Zettel ausgedruckt und abgearbeitet. Die Kommissionierleistung beträgt zurzeit 50 Picks/Stunde. Die Bestände werden in einem einfachen Warenwirtschaftssystem ohne besondere Lagerverwaltungsfunktionen verwaltet.
Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse mit Barcode-Scan zu unterstützen.
Nennen Sie die wichtigsten Argumente für die Einführung von Barcodes zur Verbesserung der Prozesse in Ihrem Lager!
top
A:
  • Reduzierung der Fehlerrate
  • Personalreduktion durch Vermeidung von Such- und Korrekturschleifen
  • Bestandssicherheit

Q: Fallstudie
Erstellen Sie für Ihr Projekt „Einführung von Barcoding mit mobilen Terminals im Lager“ (vgl. vorige Fallstudie) eine fiktive „Return on Investment“-Rechnung für das Management!
a) Mit welchen Investitionen müssen Sie rechnen?
Hinweise: Die genauen Beträge sind nicht wichtig, eine Auflistung von denkbaren Posten mit fiktiven Beträgen reicht. Wie viele mobile Endgeräte benötigen Sie? Denken Sie daran, dass diese Geräte irgendwie mit Ihrem Warenwirtschaftssystem kommunizieren müssen! Denken Sie auch daran, dass auch Personal bzw. Arbeitszeit Geld kosten!
b) Welche Einsparungen sind (pro Jahr) zu erwarten?
Hinweis: Auch hier ist nicht der genaue Betrag entscheidend, sondern wodurch (Ihrer Meinung nach), Geld eingespart werden kann. Überlegen Sie sich auch, wie oft ein bestimmter Vorgang stattfindet. Kleine Beträge können sich über das Jahr verteilt aufsummieren!
c) Wie lange dauert es (in Jahren), bis sich Ihre fiktiven Investitionen mit den fiktiven Einsparungen amortisiert haben?
top
A:

Ausgangspunkt: Wie sieht das Lager aus? Wie viele Leute? Mengengerüste? Welche Aspekte verursachen Kosten oder sparen Geld?

a)

Invest (plausible Annahmen)
Middleware zur Kommunikation/Ressourcensteuerung (Lizenz)50.000
Customizing der Software20.000
Service-Vertrag (jährlich)10.000
Beratung, Installation, Inbetriebnahme durch den Anbieter10.000
Schulung5.000
Reisekosten1.000
Server-Hardware10.000
Mobile Endgeräte
16 Staplerterminals (15 +1 Reserve): 16 x 2.00032.000
16 Handgeräte (15 +1 Reserve): 16 x 3.00048.000
W-LAN-Access-Points: 30 x 50015.000
Interne Kosten
Lastenheft schreiben20.000
Personalaufwand für Besprechungen usw.10.000
Projektmanagement5.000
Dokumentation5.000
Summeca. 240.000 Euro

b)

Geschätzte Einsparungen
Bestandsreduktion durch schnelleren Lagerumschlag und bessere Steuerung der Bestellungen: z.B. 200.000 Euro, Zinsen20.000
Fehlerreduktion: 5 Kommissionierfehler pro Tag (je 1h Arbeit je Retour): ca. 1 MA30.000
Vermeidung von Totzeiten: 2 % Zeitersparnis bei 50 MA: ca. 1 MA30.000
Wegoptimierung im Lager: 2 % Zeitersparnis bei 50 MA: ca. 1 MA30.000
Leistungssteigerung durch Prämienlohn: 5 % Leistungssteigerung: ca. 2,5 MA75.000
Summe185.000 Euro

c) Statische Amortisationsdauer ohne Berücksichtigung von laufenden Kosten: ca. 1,3 Jahre


Q: Nennen Sie Bedingungen, unter denen ein Barcode-Scan in der Kommissionierung aus technischen/organisatorischen und finanziellen Gründen nicht der beste Weg ist! Nennen Sie Alternativen zur Unterstützung einer schnellen und fehlerfreien Kommissionierung! top
A:
  • Beispiel Hochleistungskommissionierung: Barcode-Scan kostet zu viel Zeit und würde sich nicht rechnen
  • Alternative: Pick-to-Light
  • Beispiel Kommissionierung unter Bedingungen, wo die Hände frei sein müssen oder andere Umstände die Bedienung eines Scanners erschweren
  • Alternative: Pick-by-Voice

QundA.Fallstudien by Katrin Reiher at 25.04.2007 13:52

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