Barcode Geschichte
Seit wann gibt es Barcodes?
Bereits 1949 wurde der erste Barcode in den USA zum Patent angemeldet. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch elektronische Bauteile kaum verfügbar und dementsprechend sehr teuer. Die Nutzung von Barcodes war noch zu kostspielig und zu umständlich. Man erinnere sich nur mal an die übergroßen Röhrencomputer. Erst mit der Einführung der Mikroprozessoren in Jahre 1970 begann auch wieder die Weiterentwicklung der Barcodes: 1968 der einfache Code 25, 1972 der Code 25 Interleaved und Codabar, 1973 der UPC (Universal Product Code), 1974 der Code 39, der erste Barcode zur Ziffern-, Buchstaben- und Sonderzeichendarstellung, 1976 der EAN -Code (European Article Numbering), 198? Code 128 und EAN 128, die den vollen ASCII -Zeichensatz darstellen. 1994 SH-Barcode 1.0 revolutioniert die Einbindung von Barcodes in die tägliche Arbeit mit dem PC. Die Barcodes werden mit besonderen Lesegeräten eingelesen und dann meist über die Tastatur-Schnittstelle in den Computer bzw. die Verarbeitungseinheit weitergegeben.
1948 wandte sich ein amerikanischer Supermarkt, genervt von den oft fehlerhaften menschlichen Dateneingaben an der Kasse, an die technologische Universität Drexal in Philadelphia, um eine Lösung für das automatische Lesen der Produktinformationen zu finden. Obgleich die Universität das Projekt ablehnte, so nahm doch Bob Silver, ein Absolvent, die Herausforderung an und machte sich selbst an das Projekt, zusammen mit seinem Freund Norman Joseph, einem Dozenten für Maschinenbau.
Das Team brachte verschiedene Lösungsvorschläge, darunter ein linearer Barcode und ein „Bullenaugencode“ bestehend aus konzentrischen Kreisen, und arbeitete an einem Prototyp für den Lesevorgang. 1952 erhielten Silver und Woodland ein Patent auf ihre Ideen und verkauften dieses schließlich, nach Betrachtung der Angebote, einschließlich eines von IBM, an die höchstbietende Philco Corporation, die es später wiederum an die RCA Corporation verkaufte.
1966 verfasste die National Association of Food Chains (NAFC) eine Ausschreibung an Equipmenthersteller, in der sie nach Systemen suchte, die den Kassiervorgang beschleunigen würden. Ein Jahr später installierte die RCA Corporation die erste automatische Kasse, die codierte Produktetiketten im „Bullenaugencode“ las.
Jedoch führte der RCA-Code zu Problemen und man erkannte, dass sich die Industrie auf ein standardmäßiges Codierungsschema einigen müsse, das allen Equipmentherstellern zugänglich sei. In Reaktion hierauf wurde ein Konsortium gegründet, um die Richtlinien für die Barcode-Entwicklung auszuarbeiten.
Zur gleichen Zeit entwickelte der IBM-Mitarbeiter George Laurer einen rechteckigen Barcode, basierend auf der Idee seines Kollegen Woodland. Daraufhin wurde augenblicklich ein Komitee zur Symbolwahl ins Leben gerufen, um die Präsentationen der RCA Corporation und von IBM anzuhören. Ihrer Ansicht nach war der IBM-Code weniger verzerrt und konnte in der Größe verringert werden.
Am 3. April 1973 stellte das Komitee der Welt den UNIVERSELLEN PRODUKTCODE vor, mit leichten Veränderungen der rechteckigen IBM-Symbole. Ein Jahr später, am 26. Juni 1974, wurde Wrigley's Kaugummi das erste gescannte Konsumprodukt.
Inzwischen gab es auch Industrieanwendungen mit automatischer Identifikation. In den 1950er Jahren suchte die amerikanische Eisenbahnvereinigung nach einer automatischen Methode, um Triebwagen zu identifizieren. 1967 übernahm die Vereinigung einen optischen Barcode, bekannt als 2 von 5. Wagenetikettierung und Scannerinstallation starteten am 10. Oktober 1967. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurde das System in den späten 1970ern eingestellt.
Die ersten Patente...
Eines der ersten Patente, welches in die Nähe des Strichcode-Konzeptes eingereiht werden kann, wurde im Jahre 1934 J.T. Kermode zugewiesen. Das Patent beschreibt einen Kartensortierer, der mit einem Arrangement von vier parallelen Linien als Identifikationsschema arbeitete. Im Jahre 1935 erhielt D. A. Young ein Patent für eine ähnliche Sortiermaschine, die über eine Anordnung von optischen Markierungen die Karten identifizierte.
1932 wurde ein ambitioniertes Projekt von einer kleinen Gruppe Studenten der Harvard University gestartet. Unter Anführung von Wallace Flint, Sohn eines Lebensmittel-Supermarktbesitzers, wurde ein vollautomatisches Auslieferungssystem entwickelt, wo Kunden aus einem Katalog auswählen und über den Produkten zugeordnete Lochkarten vollautomatisch per Fließband mit Abrechnung und Lagerbestandsaktualisierung bis zur Kasse beliefert wurden. Das Konzept war wirtschaftlich nicht durchführbar, jedoch wurden hier erstmals die Vorteile einer automatisierten Abwicklung im Einzelhandel (mittels Produktkodierung) umfassend beschrieben. Vierzig Jahre später war Flint Vizepräsident der nationalen Vereinigung der Lebensmittelketten und wirkte aktiv mit bei den Normierungsbestrebungen die zum UPC Code führten.
In den späten 1940 erforschten Norman Joseph Woodland und Bernard Silver die technischen Methoden, um Preise von Lebensmittel-Einheiten automatisch an der Kasse einzulesen. Diese Anstrengungen führten zum 1949 zu einem U.S. Patent. Dieses Woodland und Silver Patent beschrieb ein kreisförmiges Muster mit einem zentralen Anker-Punkt, öfter bezeichnet als Bull’s Eye Code. Die konzentrischen Ringe um den Ankerpunkt sind nichts anderes als Balken mit definierten Abständen in kreisförmiger Form – die erste Form unserer bekannten „Barcodes“. Mit dieser ersten Symbologie, die aus vier weißen Linien auf dunklem Hintergrund basierte, waren sieben verschiedene Artikel klassifizierbar. Erweiterte man das System auf zehn Linien, konnte man schon 1023 verschiedene Artikel codieren. Die Technologie und der Einzelhandel waren aber noch nicht für Strichcodes bereit. Zwanzig Jahre später war Joe Woodland, inzwischen IBM Ingenieur, in jenem Team dabei, welches den Vorläufer des U.P.C. Strichcodes entwickelte. 1992 wurde ihm von Präsident George Bush die „National Medal of Technology“ verliehen. Weder Silver noch Woodland verdienten viel Geld aus ihrer Idee, welche ein Billionen-Dollar-Geschäft startete.
Zwischen Ende 1950 und Anfang 1960 propagierten verschiedene Erfinder die Konstruktion von speziell entworfenen „human-readable“ Zeichen, die vom automatischen Scanner als Strichcode lesbar sein, aber dem menschlichen Auge jedoch als Buchstabe oder Ziffer erscheinen sollten. Ein Erfinder dieser Strömung war Girard Feissel, der 1959 ein U.S. Patent anmeldete, das jede der Ziffern 0 bis 9 durch sieben parallele Balken darstellt. Unglücklicherweise waren solche Anordnungen schwerer für die Maschine zu lesen als „echter“ Strichcode und für den Menschen noch schwerer als Ziffern zu erkennen.
Ernsthafte Bemühungen, um einen Standard für die automatische Abwicklung an Supermarkt-Kassen zu schaffen, begannen 1966. Die NAFC (Vereinigung der Lebensmittel-Handelsketten) rief die Hersteller dazu auf, ein System für die Automatisierung des „Checkout“-Prozesses an Supermarktkassen zu entwickeln. RCA entwickelte eine „Bull’s Eye“ Symbologie und Scanner dazu, welche in einem Kroger-Supermarkt in Cincinnati für eine 18-monatige Testperiode ab 1972 eingesetzt wurden. Dieses Testprojekt brachte viele brauchbare Daten für die Kosten-Nutzen-Analyse, konnte sich selber aber aufgrund von Problemen nicht etablieren. 1969 wurde die Firma Logicon, Inc. von der NAFC gebeten, einen Vorschlag für ein industrieweites Barcodesystem zu erarbeiten. Das Ergebnis war Part1 and 2 des Universal Grocery Products Identification Code (UGPIC) im Sommer 1970.
Basierend auf den Empfehlungen des Logicon Reports, war Mitte 1970 ein ad hoc Komitee der Lebensmittelindustrie gegründet worden - unter Führung von R. Bert Gookin – um einen Code als Industriestandard auszuwählen. Dieses UGPCC Kommitte (Uniform Grocery Product Code Council) erarbeitete schrittweise Richtlinien und eine Auswahl an Symbologien für diesen Zweck. Dabei wurden Vorschläge von Computer- und Kassensystemen- Herstellern miteinbezogen. Sieben gänzlich unterschiedliche Codierungsmethoden (Symbologien) kamen als Vorschläge in Betracht (siehe Abbildung). Es begann eine massive Untersuchung der am besten geeigneten Symbologie, beinhaltend Labortests am Battelle Memorial Institut, Drucktoleranz-Tests unter Mithilfe der Graphic Arts Technical Foundation, Tests von mitwirkenden Lebensmittelherstellern und Probeabläufe an kompletten Kassenstationen im Supermarkt.
Drei Jahre später, am 3. April 1973 mündeten diese Anstrengungen in der Wahl des U.P.C. (Universal Product Code) als gemeinsamen Industriestandard. Dieser letztendlich ausgewählt Code orientierte sich am Vorschlag von IBM – sein Entwickler war George J. Laurer. Der rasche Erfolg des UPC Codes in US- und kanadischen Supermärkten förderte auch ausländisches, insbesondere europäisches Interesse an diesem System. Im Dezember 1976 wurde eine ähnliche Variante als EAN (European Article Numbering) übernommen - ebenfalls vom gleichen Entwickler. Die weitere Vereinheitlichung sieht vor, dass bis zum Jahr 2005 alle Lesesysteme in Amerika neben UPC auch den EAN-13 Code erkennen können.
Barcode.EntwicklungDesBarcodes by Katrin Reiher at 13.02.2007 17:07
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