MDE Client-Server
Alternativ zur Batchverarbeitung können mobile Terminals über Funkstrecken (RF) online angeschlossen werden, so dass eine direkte Verbindung zwischen Hostrechner und MDE vorhanden ist und sogenanntes Realtime Processing stattfindet.
Der Übergang von der drahtgebundenen auf die drahtlose Kommunikation schließt die zeitliche Schere. Informationsanbindung ist mittlerweile an jedem Punkt eines Unternehmens mit gleicher Qualität und ähnlicher Geschwindigkeit wie über einen Kabelanschluss realisierbar. Dadurch erschließen sich neue Möglichkeiten, Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen und das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten [LG97].
Eine Funkstrecke besteht im Aufbau immer aus dem oder den mobilen Terminals und einer oder mehreren fest installierten Sende-Empfangsantennen, die über ein verkabeltes Netzwerk an den Host direkt (Access-points) oder über eine Controller-Unit angeschlossen ist/sind.
Der Kommissionierer schaltet sein MDE ein und meldet sich an. Das Programm teilt ihm den nächsten vorgesehenen Auftrag zu und übermittelt die Auftragsdaten (Anzahl der Kommissionierpositionen, Gesamtvolumen, Vorgabezeit, Staplertyp usw.). Danach erhält der Kommissionierer die Daten der ersten Kommissionierposition (Lagerplatznummer, Entnahmemenge, Einheit, Materialnummer und -text usw.). Wichtig ist an dieser Stelle, dass wirklich nur die zur Ausführung erforderlichen Daten angezeigt werden, da jede unnötige Zusatzinformation zu einer Leistungsminderung führen kann.
Der Kommissionierer fährt/geht zur angezeigten Lagerplatznummer, entnimmt die angezeigte Menge und quittiert die Position. Er meldet eventuelle Abweichungen zur Vorgabe vor Ort mit dem MDE zurück (Zwangshandshake). Die (geänderte) Materialentnahme wird sofort verbucht. Gleichzeitig wird die folgende Position dem Kommissionierer angezeigt. Dieser Ablauf wiederholt sich bis die letzte Position des Auftrags erledigt und quittiert ist. Mit dem im MDE integrierten Scanner werden Lagerplatznummer und die Materialnummer kontrolliert, was Kommissionierfehler praktisch auf Null reduziert.
Sollten Mindermengen auftreten, erhält er sofort einen Alternativ-Lagerplatz oder aber ein zweiter Mitarbeiter erhält einen getrennten Transportauftrag über die fehlende Menge.
Der Fortschritt der Kommissionierung kann mit dem Monitorprogramm jederzeit eingesehen werden. Waren Kommissionierfehler früher eine „Black Box“, ist heute genau nachvollziehbar, wer den Fehler gemacht hat. Das hat den Vorteil, dass der Verantwortliche bei Problemen im Kommissionierablauf jederzeit eingreifen kann. Zudem können Prämienlohnsysteme eingeführt und die Qualität dadurch weiter gesteigert werden. Fehlerquoten unterhalb von 0,1 Prozent (bezogen auf einen Einzelabgriff) können so erreicht werden.
Anwendungen.MDEClient-Server by Katrin Reiher at 26.02.2007 15:49
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